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    Einleitung - das Tal - die Lage und Entwicklung


    Das Gamperdonatal erstreckt sich vom Ortskern der im Herzen des Walgaus gelegenen Marktgemeinde Nenzing in südlicher Richtung bis hin zur Schweizer Staatsgrenze.
    Dort am Bartümmeljoch entspringt auch die Meng, die bis zur Mündung in die Ill eine Strecke von mehr als 20 km zurücklegt. Gegen Südwesten hin grenzt das Gamperdonatal an das Fürstentum Liechtenstein und östlich an das Brandnertal. Ca. 15 km vom Ortszentrum von Nenzing entfernt eröffnet sich ein wunderschöner Talkessel, die Alpe Gamperdona, auch Nenzinger Himmel genannt. Dieses Tal, das für den öffentlichen Verkehr gesperrt ist, birgt vor der herrlichen Kulisse des Rätikon eine einmalige Fülle an Naturschätzen.
     
    Als um die Jahrhundertwende dieses wunderschöne Tal vom Fremdenverkehr entdeckt wurde, war der Weg in den "Himmel" noch äußerst beschwerlich.Meinrad Gantner mit Gamperdondwägele beim -ISEGA ZÜLE
    So musste man damals einen ca. vierstündigen Fußmarsch auf sich nehmen und konnte bestenfalls das Gepäck mit einem eigens für die schmale und steile Strecke angefertigten Pferdegespann (Gamperdondwägele) transportieren lassen. Die Zahl der Touristen hielt sich somit sehr in Grenzen.
     
    Erst in den 50er Jahren wurde die Personenbeförderung mit Jeeps begonnen (siehe Protokoll vom 23.6.1953 des Landesstraßenbauamtes bezüglich Befahrbarkeit des Weges). Für den allgemeinen Verkehr ist die Straße seit jeher gesperrt, weshalb die negativen Auswirkungen des Massentourismus in diesem schönen Tal bis heute in Grenzen gehalten werden konnten.
     
     
     
     

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    Der Gamperdonaweg

    Ausgehend von der Ortsmitte der Marktgemeinde Nenzing führt der Weg in den Nenzinger Himmel zunächst über eine öffentliche Gemeindestraße entlang der Meng, vorbei am Verwaltungsgebäude der Agrargemeinschaft Nenzing und bergauf bis zur Mautkontrolle auf Stellveder.Stellveder-Bild
    Der Name Stellveder lässt sich zurückführen auf ein romanisches Kastell ("castellum vetus") aus dem 3.Jahrhundert nach Chr., das erst in den Jahren 1940/41 bei umfangreichen Ausgrabungen ans Tageslicht kam. Auf die Präsenz der Römer lassen sich auch heute noch zahlreiche weitere Flurnamen zurückführen, erwähnt seien hier insbesondere "Gamperdond" (campus rotundus = rundes Feld) und "Vals" (val = Tal).

    Ab Stellveder zieht sich der Weg als Privatstraße, die von der Agrargemeinschaft Nenzing unterhalten wird, noch ca 14 km weit durch das wildromantische Gamperdonatal bis zum Nenzinger Himmel. Der Gamperdonaweg ("Gamperdondweg") ist für den allgemeinen Verkehr gesperrt und nur für Einheimische gegen Mautgebühr befahrbar.

    Dem Wanderer bietet sich von hier aus ein ca. 31/2 -stündiger Fußmarsch bis zum Talkessel im Nenzinger Himmel an. Eine bequemere Alternative stellt der Personentransport von Nenzing mit Kleinbussen dar, wobei eine (telefonische) Voranmeldung ratsam ist, da nur eine begrenzte Anzahl an Fahrgästen befördert werden kann. Weiter Infos darüber erhalten Sie unter:
    http://www.nenzingerhimmel.at oder per e-mail an: taxi.gantner@aon.at.

    Nach einigen hundert Metern zweigt ein Güterweg links ab, welcher über den Nenzingerberg bis zur Parpfienz Alpe (oberhalb von Brand) führt.
     
     

    Tropfige Schrofa Nur wenige Meter nach dieser Abzweigung eröffnet sich erstmals ein eindrucksvoller Blick in die Schlucht und auf die gegenüberliegende Talseite, dem Brandwald, wo die höchste Tanne Vorarlbergs steht, die als Naturdenkmal gilt.

    Von hier geht der Weg leicht abwärts und quert bei einer kleinen Furt das Roßtobel. Diese Stelle war früher im Winter bei der Holzbringung eine sehr gefährliche Passage und es kam vor, dass die Ladung mitsamt dem Pferd ins Rutschen kam und in die Tiefe stürzte.
     
     

    Nun führt der Weg mit geringer Steigung durch einen Hochwald weiter bis zum "Tropfiga Schrofa", einem gewaltigen überhängenden Felsblock, der seinen Namen dem stetig auf den Weg tropfenden Wasser verdankt (Bild rechts).



    Nach einigen weiteren Kurven beginnt das steilste Teilstück des Gamperdonaweges, das Hoppe. Der Ausbau dieses ca. 250 m langen Streckenteils erfolgte in den 50er Jahren, aufgrund einer Auflage der damaligen französischen Besatzungsmacht.
    Hoppe

    Die französischen Soldaten fuhren zur Überwachung des Grenzgebietes nach 1945 mit Jeeps auch in das Gamperdonatal. Dabei stürzte beim Reversieren in der steilen und engen Kehre beim Hoppe einmal ein Jeep in die Schlucht ab, Personen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden, da die Insassen  noch rechtzeitig abspringen konnten. Den Nenzingern wurde daraufhin allerdings aufgetragen, die Straße befahrbar auszubauen, ansonsten wäre sie gänzlich gesperrt worden. Also begann 1952 der Bau einer neuen Trassenführung. Die alte Trasse verlief nämlich anfangs unterhalb der heutigen, holte den Höhenunterschied jedoch durch eine ungemeine Steigung (32%) wieder auf.
    Der Weg musste zur damaligen Zeit noch mühevoll aus dem Stein gehauen werden, fertiggestellt wurde dieser Wegabschnitt Mitte der fünfziger Jahre. Die Tunnelportale weisen das Jahr 1958 aus.

    Dieser Streckenabschnitt hat aber noch heute eine sehr respektable Steigung und kann als einer der romantischsten Teile des Gamperdonaweges bezeichnet werden. Vom Hoppe bietet sich zudem auch ein herrlicher Ausblick auf den auf der anderen Talseite kaskadenartig herabstürzenden Gampbachfall, auch Taba Gros genannt. Dieser Wasserfall zählt zu den Naturdenkmalen Vorarlbergs. Nur einige Meter unterhalb der Straße befindet sich die Buder Höhe bzw. das Känzele (wie es von den Einheimischen genannt wird). Von hier aus bietet sich ein einzigartiger Blick in die Schlucht der Meng und in den Walgau hinaus.
     

    Nachdem man die Steigung des Hoppe hinter sich gebracht hat, führt der Weg weiter entlang an imposanten Felswänden und bietet immer wieder einen herrlichen Ausblick in die Schlucht und auf die gegenüberliegende Talseite. Anfang der achtziger Jahre ereignete sich hier ein tragischer Unfall, bei dem eine Hüttenbesitzerin und ihr Beifahrer ums Leben kamen, nachdem der Pkw der Frau aus unerklärlichen Gründen in die Schlucht abgestürzt ist (siehe Bericht in "Vorarlberger Nachrichten" vom 28.6.1982). Die  Meng fließt hier beinahe 150 m senkrecht unterhalb der Straße.
    Unweit von dieser Stelle ist ein kleines Kreuz, das an den Tod von Viktor Lehenbauer aus Thalgau in Salzburg erinnert, der hier am 17.1.1928 bei Holzarbeiten ums Leben kam (siehe "Vorarlberger Landes-Zeitung" vom 18.1.1928).


    Häfele´s Krüzle
     
    Etwas weiter taleinwärts befindet sich ein kleiner Bildstock ("`s Häfeles Krüzle"), der an den tragischen Unfall vom 28.9.1935 erinnert, als der kleine Gottfried Häfele bei der Heimfahrt von den Ferien tödlich verunglückte. Der Knabe saß auf einem Gamperdondwägele und war mit einem Strick gesichert. Als bei einer engen Kurve das Vorderrad des Wagens an einer schadhaften Wegstelle zerbrach, kippte das Fuhrwerk um und das Kind stürzte -trotz Sicherung-in die Schlucht hinab.
    (Siehe Berichte in "Vorarlberger Landes-Zeitung"  und im "Vorarlberger Volksblatt" vom 30.9.1935).




    Blick in die Schlucht beim DunkeltobelNur einige Kurven weiter bietet sich ein lohnender Blick in die Tiefe der Schlucht und einen ca. 100 m tief hinabstürzenden Wasserfall auf der anderen Talseite.
    Der Weg führt nun weiter in das "Dunkeltobel" (dunkle Tobel), wo sich auch die sagenumwobene "Betschis Kammer" befindet.
     

    Nachdem man eine kurze Steigung hinter sich gebracht hat, bietet sich talauswärts ein Blick in den Walgau bis nach Satteins und bei klarem Wetter sogar bis ins Rheintal. In diesem Abschnitt befand sich noch bis vor wenigen Jahren ein kleiner Holzschuppen, der den Bewohnern des Nenzinger Berges zum Abstellen ihrer Karren diente. Noch heute führt hier ein Fußpfad zum "Innersten Hof" auf dem Nenzingerberg.



     

    Hochbruck
     
    Nach ein paar hundert Metern kommt man zum "Student", wie dieser Abschnitt des Gamperdonawegs genannt wird. Bis vor einigen Jahren erinnerte hier ein kleines Kreuz, welches bei Wegarbeiten achtlos zerstört wurde, an den tragischen Tod eines Schülers, der bei einem Schulausflug verunglückt ist. Der "Student" hatte auf einer morschen Zaunlatte gesessen und ist, als diese brach, rücklings in die Schlucht gestürzt. (Siehe "Vorarlberger Landes-Zeitung" vom 17.07.1886).
    Nicht weit davon überquert der Weg über die "Hochbruck" (hohe Brücke) das Sägatobel und führt wieder mit nur sehr geringer Steigung weiter zum "isega Züle" (früher eine sehr enge Kurve mit einem Zaun mit Eisenpfosten) entlang der "Sandschröfa" (auch "Nackiger Weg" genannt) bis Kühbruck.
     
     

    Kurz bevor man über die Brücke ("Kühbruck") auf die andere Talseite wechselt, mündet von links der "Badigulweg" vom Nenzinger Berg her kommend in den Gamperdonaweg.
     
     
     
     
     


    Kühbruck

    An der halben Wegstrecke zum Nenzinger Himmel führt der Gameperdonaweg direkt am kleinen Wallfahrtskirchlein Kühbruck vorbei, das Kirchlein ist der Muttergottes geweiht und alljährlich findet im Frühsommer eine Prozession  von Nenzing nach Kühbruck statt, bei der für eine gute Alpung gebetet wird. Diese jährliche Wallfahrt geht auf ein Gelöbnis im Jahr 1862 zurück, als die Alpe von verschiedenen Unglücken heimgesucht worden ist. Auch aus anderen Gemeinden des Walgaus und dem Vorderland pilgern jedes Jahr noch Wallfahrtsgruppen zu Fuß nach Kühbruck. Diashow: Bibelweg nach Kühbruck
     

    Wallfahrtskapelle Kühbruck

    Neben der Hl. Maria sind auf dem Altarbild als Patrone der Hl. Martin und St. Loy dargestellt. Der frühere Name der Kapelle war "Maria am Weißen Bach". Am Altarbild erinnert noch heute die Inschrift an das große Hochwasser im Jahr 1762, als das Kirchlein mitsamt dem Gnadenbild von den Wassermassen mitgerissen wurde. Wie durch ein Wunder blieb jedoch das Gnadenbild unversehrt, da es vom Wasser auf einen Stein gespült worden ist. Bereits kurz nach diesem Ereignis errichtete man an dieser Stellle wieder eine Kapelle. Im Jahr 1806 wurde dann an der heutigen Stelle nochmals eine neue Kapelle gebaut; ob dies aus Sanierungsgründen oder aus Bedarf an einer größeren Kapelle erfolgt ist, lässt sich heute nicht mehr eindeutig feststellen. Wie heftig aber die Meng an dieser Stelle tosen kann, beweist u.a. auch das nebenstehende Bild vom Hochwasser im Jahr 1910.

    Direkt bei der Kapelle steht an der gegenüberliegenden Straßenseite ein großes Holzkreuz, das von zwei Holzarbeitern gestiftet wurde, die beim Flözen nur knapp dem Tod entronnen sind.

    Neben dem Kirchlein befinden sich auch die riesigen Gneisfindlinge, die als Naturdenkmale gelten.
     
     
     


    Nach Kühbruck führt der Weg entlang des Talbodens der Meng weiter taleinwärts. Nach mäßiger Steigung erreicht man die Abzweigung des Weges zum "Neuawald". Auf der gegenüberliegenden Talseite befindet sich mit den "Schnäckastämm" ein sehr eindruckvolles Felsmassiv.

    Hochgafretscha
     
    Der Gamperdonaweg führt nun über seine letzte große Steigung der "Hochgafretscha", die mittels Serpentinen überwunden wurde. Hier beim Gafretschatobel wird der Weg im Sommer immer wieder durch Muren- und im Winter durch Lawinenabgänge verlegt.

    Gleich nach dem Tobel weist ein Stein noch heute auf die früheren Waldungen der Österreichischen Bundesforste hin, die erst im Jahr 1972 durch die Agrargemeinschaft Nenzing erworben wurden.
    Im oberen Teil der Hochgafretscha wurde der Gamperdonaweg 1995 durch einen großen Felssturz (siehe Bild) regelrecht weggeschlagen.




    Alpe Vals


    Alpe Vals
     
    Nach der Hochgafretscha führt der Weg durch die "Klus" (Klause) zur AlpeVals (ca.1100 m). Vals ist eine Voralpe, die mit Jungvieh bestoßen wird, bevor man auf die Hochalpen zieht.




     

    Über die Schafbrücke ("Schofbruck") wechselt der Gamperdonaweg abermals die Talseite und führt weiter taleinwärts, mitten durch das Naturdenkmal "Bärawald" und quert die äußere und die innere "Bärarüfe".




    BildstöckleBeim "Bildstöcklerank" erinnert ein kleiner hölzerner Bildstock an den Tod eines Knaben, der im Jahr 1723 in die Meng gefallen und ertrunken ist. Ursprünglich stand der Bildstock am Ufer der Meng auf dem Wallgraßboden, einer großen Weidefläche unterhalb des Gamperdonaweges. Im Laufe der Zeit wurde diese Weidefläche in "Bildstöckleboda" umbenannt. Als im Jahr 1905 der Weg verlegt wurde, hat man einen neuen Bildstock an der jetztigen Stelle, dem "Bildstöcklerank" errichtet.

    Nachdem der Weg die "Bildstöcklerüfe" passiert hat, erreicht man schon bald die ersten Weideflächen der Alpe Gamperdona im Walgraß, wo sich ein weiteres Naturdenkmal,  die Eibe befindet. Hier stand auch die sogenannte Tränentanne, bis zu der früher die talwärts Wandernden  begleitet wurden.
     
     


    Vom Walgraß aus eröffnet sich dem aufmerksamen Betrachter beim Blick auf den "Rauhen Berg" ("Ruchaberg") eine interessante Felsüberlagerung, die Bischof genannt wird, weil sie an eine auf einem Thron sitzende Person mit Bischofsmütze erinnert. Nun geht es über eine Brücke über das Virgloriatobel ("Virglorigtobl) weiter zur äußeren "Brandtuala", wo einige Meter oberhalb des Weges ein Bildstock an die Ermordung des Sennen Markus Küng im Jahr 1863 erinnert.

    Walgrass


    Senntum und Tschöppiser

    Nach überqueren des "Schwarzbächle" erreicht man den ersten Ortsteil des Nenzinger Himmels, den Tschöppiser. Hier befinden sich bereits die ersten Gamperdondhütten und auf einer kleinen Anhöhe das Senntum mit den großen Stallungen.





    Nun eröffnet sich der Blick auf das Panorama des Gamperdonatals:

    Der Nenzinger Himmel




    Der Nenzinger Himmel

    Nicht weit vom Senntum entfernt, liegt an der Schalanza ein altes, mit Wasserkraft betriebenes Sägewerk, welches früher dem Zuschneiden von Bauholz für die Hütten diente.

    Im heutigen Zentrum des Talkessels befindet sich der Alpengasthof Gamperdona ("Hotel") und das Restaurant Panüler ("Cafe´") sowie ein kleines Lebensmittelgeschäft ("Lädele").Hier sind auch die Abfahrtsstellen der Busse nach Nenzing.




    Gamperdondkirchle
    An einer besonders schönen Stelle, auf der Wiese, gegenüber des ältesten Ortsteils, dem Fasel, steht das Kirchlein St. Rochus im Nenzinger Himmel.




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