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    Geschichte und Entwicklung (Alpe, Jagd und Fremdenverkehr)

    Archäologische Funde bezeugen, dass Menschen schon in der Bronzezeit (ca. 1800 - 800 v. Chr.) im Gamperdonatal präsent waren und die dortigen Weideflächen vermutlich seit dieser Zeit auch alpwirtschaftlich genutzt werden.
    Überreste einer frühzeitlichen alpwirtschaftlichen Nutzung finden sich noch bis heute in der Nähe der Alpe Vermales.

    Die Jagd

    Vor mehr als 600 Jahren stellte das Gamperdonatal bereits ein begehrtes, wildreiches Jagdgebiet dar. Schon damals sicherten sich Adel und einflussreiche Vögte die Jagdrechte für dieses Gebiet. Jagdgesellschaft 1868Dieses Recht wurde in späteren Jahrhunderten von der österreichischen Verwaltung und Obrigkeit für sich beansprucht. Ab Ende des 19. Jh. wurde das Jagdgebiet an schweizerische Jagdgesellschaften verpachtet. Im Jahr 1978 unterteilte man das Jagdgebiet schließlich in mehrere Reviere, welche bis heute überwiegend von einheimischen Unternehmern gepachtet werden.

    Neben Rotwild wird derzeit auch Reh- Gams- und Federwild erlegt. Bereits seit frühester Zeit galten Hirsch und Gams als beliebteste Jagdbeute. Doch galt es damals auch, die Viehherden von Raubtieren, wie Wolf, Luchs und Bär zu schützen. Noch heute erinnert eine Gedenktafel in der Wallfahrtskapelle Kühbruck von der letzten erfolgreichen Bärenjagd im Gamperdonatal im Jahr 1782.

    Neben Flurnamen, die bis in die Gegenwart von Jagdtechniken ("Ifang") und Beutetieren (z.B.: "Bärawald", "Hirschseele" und "i da Herzabädr") zeugen, berichten auch Sagen und Geschichten von Jagd und Wilderei.

    Eine Gedenktafel am Kirchlein im Nenzinger Himmel erinnert noch heute an das tragische Zusammentreffen von Nenzinger Jägern mit Bündner Wilderern im Jahre 1913, die den Revierjäger Josef Heingärtner erschossen und seinen Begleiter durch Schüsse in die Beine schwer verwundeten.

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    Der Fremdenverkehr

    Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich in Europa eine erste Frühform des Tourismus. Nicht zuletzt durch die Gründung des Österreichischen Alpenvereins (ca. 1860) wurde auch für die Freizeitbetätigung im alpinen Raum zunehmend Interesse geweckt.


    Diese Entwicklung wirkte sich natürlich auch auf das Gamperdonatal aus. Allerdings waren die damaligen Verkehrsverbindungen in den Nenzinger Himmel noch sehr beschwerlich, die Wegstrecke konnte nur zu Fuß zurückgelegt werden, bestenfalls wurde das Gepäck mit Pferden transportiert. GamperdondwägeleDie Nenzinger hatten zu diesem Zweck die sogenannten Gamperdondwägele (siehe Bild) angefertigt. Dies waren eigens für diese Strecke konstruierte Pferdewagen, die besonders schmal und kurz waren. Der heutige Verlauf des Weges durch die Mengschlucht nach Kühbruck besteht erst seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Bis dahin führte der Weg über die Walsersiedlung Nenzingerberg und Badigul nach Kühbruck. Allerdings hatte auch die erste Trassenführung durch die Schlucht noch viele enge Passagen und Steilstücke, die erst ab Mitte des 20. Jh nach und nach entschärft wurden. Eine der wesentlichsten Trassenänderungen war die neue Streckenführung beim Hoppe, die durch die franz. Besatzungsmacht in den fünfziger Jahren angeordnet wurde.
    Um diese Zeit wurde auch das Transportmittel Gamperdondwägele nach und nach von Traktoren und Jeeps abgelöst (siehe Schreiben vom 23.6.1953 des Landesstraßenbauamtes bezüglich Befahrbarkeit des Weges). Anfangs noch hauptsächlich zur Materialbeförderung eingesetzt, wurden diese Gefährte dann auch zunehmend zur Personenbeförderung verwendet. So durfte bis Anfang der siebziger Jahre die gewerbliche Personenbeförderung nur mit Allradfahrzeugen durchgeführt werden.
    Erst durch den stetigen Ausbau der Strecke konnten schließlich ab Mitte der siebziger Jahre auch VW Busse zu diesem Zweck eingesetzt werden. Derzeit stehen drei Unternehmer für die Personenbeförderung zur Verfügung. Informationen und Auskünfte über Nenzinger Himmel-Fahrten finden Sie unter www.nenzingerhimmel.at bzw. per e-mail an office@nenzingerhimmel.at.
    Seit Anfang der achtziger Jahre ist der Gamperdonaweg asphaltiert. Allerdings ist diese Straße für den allgemeinen Verkehr gesperrt. Nur Nenzinger und auswärtige Hüttenbesitzer erhalten gegen Mautgebühr eine Fahrgenehmigung. Im Winter ist die Strecke wegen Lawinengefahr gänzlich gesperrt. Aber auch im Sommer wird die Strecke bei schweren Gewittern durch Murenabgänge immer wieder verschüttet. Allerdings ist der Straßenerhalter, die Agrargemeinschaft Nenzing, durch entsprechende Gerätschaft für derartige Fälle gut gerüstet und immer schnell zur Stelle um den Weg wieder freizuräumen.

    Die Anfänge des alpinen Tourismus in der zweiten Hälfte des 19. Jh. brachten auch die Entstehung der Gastronomie im Nenzinger Himmel mit sich. Die Nenzinger stellten ihre Hütten nach und nach als private Nächtigungsquartiere zur Verfügung. Begünstigt wurde dies vor allem auch dadurch, dass durch den Bau der Gemeinschaftsstallungen um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20 Jh.die Privathütten nicht mehr zum Alpbetrieb benötigt wurden. Diese Hütten wurden zunehmend zu Ferienhäusern umgebaut, bis schließlich ab den fünfziger Jahren viele neue Hütten (Ferienhäuser) errichtet wurden. Derzeit stehen über 200 Ferienhäuser im Nenzinger Himmel.


    Alpengasthof Gamperdona - HotelIn den siebziger Jahren des 19. Jh. wurde in einer Privathütte eine erste primitive Unterkunft geschaffen und 1884 eröffnete der damalige Postmeister Wolf eine kleine Wirtschaft. Durch den zunehmenden Alpinismus im Rätikon (Erstdurchsteigung der Panüelerwand 1877, Errichtung des Straußsteiges um 1890) wurde der Bau eines Gasthofes erforderlich. Ab dem Jahre 1900 konnten die ersten Gäste im neu errichteten Alpengasthof "Gamperdona" absteigen. Dieser brannte anfangs der zwanziger Jahre ab und wurde 1928 wieder aufgebaut. Heute ist dieser im Besitz der Agrargemeinschaft Nenzing. (Bild links)

    Unterkunftshaus ScesaplanaIm Jahre 1922 eröffnete Meinrad Gantner das Unterkunftshaus "Scesaplana". Anfangs war es noch eine einfache Gamperdondhütte, die erst aufgestockt und durch einen kleinen Zubau erweitert wurde. Geführt wurde dieses von seinen Töchtern Anna und Maria. Seit Anfang der achtziger Jahre dient diese Hütte als privates Ferienhaus.





    Schon bald nach Aufkommen des Fremdenverkehrs wurde im Nenzinger Himmel bereits eine Nahversorgung eingerichtet. LädeleSo betrieben ab Anfang der zwanziger Jahre Margarete und Anton Gantner im Nenzinger Himmel eine Filiale ihres kleinen Gemischtwarengeschäftes in Nenzing. Dieser Laden, in dem sich die Feriengäste mit dem Notwendigsten versorgen konnten war zuerst im Unterkunftshaus Scesaplana und später in einer alten Gamperdondhütte (s´Freschners) im Fasel, dem ältesten Ortsteil des Nenzinger Himmels untergebracht. Die sehr beengten Raumverhältnisse konnten aber den steigenden Anforderungen bald nicht mehr genügen, weshalb schließlich im Jahr 1963 von Guntram Gantner ein neues Lebensmittelgeschäft (Lädele) errichtet wurde, in welchem bis heute der Urlauber mit frischem Brot, Gemüse und anderen Lebensmitteln versorgt wird.

    Bis zum Einmarsch der Deutschen im Jahr 1938 wurde der Nenzinger Himmel hauptsächlich von Touristen aus der Schweiz besucht. Aufgrund der Arbeitslosigkeit nach der Weltwirtschaftskriese und später durch den zweiten Weltkrieg wurde die Expansion des Fremdenverkehrs im Grenzgebiet stark gebremst.
    Nach dem zweiten Weltkrieg lebte der Tourismus in Europa wieder auf. Dies - verbunden mit dem Ausbau des Gamperdonaweges für den Jeepverkehr - führte auch zu einem wirtschaftlichen Aufblühen im Gamperdonatal. Durch die Einschränkung des Fahrzeugverkehrs und durch den Genossenschaftsbesitz des Baugrundes konnten allerdings die negativen Auswirkungen des Massentourismus in diesem Tal bis heute in Grenzen gehalten werden. Die Zahl der Nächtigungen in privaten Quartieren ging in den letzten Jahren drastisch zurück, zeigten Statistiken in den sechziger und siebziger Jahren einen deutlichen Überhang an Nächtigungen in privaten Unterkünften, so ist in den letzten Jahren ein deutlicher Rückgang in diesem Bereich zu verzeichnen.

    Durch eine Begrenzung der Busse zur Personenbeförderung und die Sperre für den allgemeinen Verkehr konnte auch der Tagestourismus auf ein vernünftiges Maß eingeschränkt werden.



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    Kirchlein (St. Rochus)

    GamperdondkirchleErrichtet wurde das "Gamperdond Kirchle" Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Bau wurde durch Frondienste, Geld- und Sachspenden der Nenzinger Bevölkerung innerhalb von drei Jahren bewerkstelligt.

    Die von der ersten Kapelle stammende Altartafel bekundet die Errichtung im Jahr 1630, zu einer Zeit, als Nenzing von der Pest heimgesucht wurde. Deshalb wurde die Kapelle vermutlich auch dem "Pestheiligen" St. Rochus geweiht.

    In den sechziger Jahren des vorigen Jh. wurde das Kirchlein renoviert und mit zeitgenössischen Fresken versehen, die bei der letzten Renovierung 2001-2002 wieder entfernt wurden.

    An der inneren rückwärtigen Kirchenwand befinden sich mehrere Votivtafeln, die von der Rettung aus den unterschiedlichsten Notsituationen berichten.
    An der Außenwand, gleich neben der Kirchentür erinnern Bildstöcke und Gedenktafeln an Unglücksfälle.


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